Newsletter vom 24.12.2010

Newsletter der DDIM - Ausgabe 4/2010

Liebe Mitglieder, liebe Leserinnen und Leser,

wer hätte das am Anfang des Jahres erwartet? Der DAX liegt wieder bei über 7.000 Punkten und alle wichtigen Indikatoren für die deutsche Wirtschaft weisen eindeutig nach oben. Einerseits ist der Außenhandel noch mit erheblichen Risiken belastet und die Finanzkrise in Europa längst nicht überstanden. Andererseits gibt es insofern eine positive Entwicklung, als dass die schweren strukturellen Probleme unübersehbar werden, die die Politik lange Jahre überdeckt hat. Der deutschen Volkswirtschaft wird es mit dem derzeitigen Rückenwind zudem leichter fallen als anderen, strukturelle Anpassungen vorzunehmen und das Staatsdefizit abzubauen. Was unsere Branche betrifft, so können wir ebenfalls sehr zuversichtlich sein. Aus Personaletats werden bei den Großkonzernen mehr und mehr Sachkostenetats - eine für unser Geschäft zielführende Entwicklung. Die Zahl und Dauer der Mandate wird, wie bereits in der zweiten Jahreshälfte 2010, weiter steigen. Und der zeitweilig massive Druck auf die Honorare wird sich mit zunehmender Nachfrage wieder nivellieren. Wir können uns also genüsslich eine Festtagszigarre anzünden und uns nach einem am Ende doch erfolgreichen Jahr auf 2011 freuen.

Im übertragenen Sinne sollten wir uns allerdings nicht zu behaglich einrichten, sondern die Ruhe der nächsten Tage nutzen, um neue Kraft zu schöpfen. Denn auch wenn der kommende Führungskräftemangel in der deutschen Wirtschaft zu einem starken Nachfrageschub nach flexiblen Managementlösungen führen wird, ist noch lange nicht ausgemacht, dass unsere Branche quasi automatisch davon profitiert. Viele Consulting-Konzerne und spezialisierte Beraterboutiquen ändern derzeit ihre Geschäftsmodelle und stehen in den Startlöchern, sich einen guten Teil des Kuchens zu sichern. Insbesondere lukrative Mandate der 1. und 2. Ebene werden stark umkämpft sein. Bei aller geteilten Einschätzung über die Limits der Berater: Unterschätzen wir diesen Wettbewerb nicht! Einmal auf das Terrain des flexiblen Managements fokussiert, werden sie nicht anstehen, uns Kunden und Mandate abspenstig zu machen. Mag sein, dass vielen Consultants nach wie vor die notwendige Umsetzungskompetenz fehlt, doch das allein reicht nicht aus, dass die Wahl auf uns fällt. Denn sie werden hier aufholen. Wir Interim Manager müssen daher noch klarer vermitteln, welche konkreten Mehrwerte wir bieten. Und dort, wo uns die Berater in Sachen Businessstrategie, Internationalität, Wissensmanagement und Kommunikationsfähigkeit überlegen sind, müssen wir erkennbar besser werden.

Das geht durch permanentes Lernen ebenso wie durch die gemeinsame Nutzung von Kompetenzen und Ressourcen. Das letzte IIMM hat klar gezeigt, dass wir in der DDIM hier bereits auf einem guten Weg sind. Wir öffnen uns, zeigen uns lern- und innovationsfähig, vernetzen uns und profitieren auf vielfältige Weise voneinander. Aus diesem Grund werden wir, wie bereits angekündigt, 2011 eine gemeinsame Denk- und Arbeitsplattform von Unternehmern, Corporate und Interim Managern sowie Teilnehmern aus Wissenschaft und Politik aufbauen. Denn wir müssen die Veränderungen im Markt nicht nur erkennen, sondern sie als Herausforderungen auch aktiv annehmen. Nur so werden wir uns der wachsenden Konkurrenz der Consultants gewachsen zeigen.

Ich wünsche Ihnen, Ihren Familien und Freunden auch im Namen des gesamten Vorstands frohe Weihnachten, Gesundheit und Kraft für das kommende Jahr.

Ihr
Jens Christophers


Der Newsletter ist in vier Themengebiete aufgeteilt. Klicken Sie auf die Reiter, um die Inhalte der Karteikarten einzusehen.

DDIM Provider Mitglieder zur aktuellen Marktsituation

Die Provider Mitglieder der DDIM geben auch in diesem Newsletter ihre Einschätzung der gegenwärtigen Auftragslage und der Marktentwicklung ab.

Constance Bräuning-Ast; REM PLUS GmbH - Management auf Zeit
Bei uns haben die Anfragen im 4. Quartal deutlich zugenommen. Sie kommen aus den unterschiedlichsten Branchen, sodass im Moment aus unserer Sicht noch kein Branchentrend zu erkennen ist. Die Entscheidungsfreudigkeit der Unternehmen könnte dennoch besser und vor allem schneller sein. Wir erwarten für das 1. Quartal einen anhaltenden Nachfragetrend.

Harald Heil; Greenwell Gleeson - Interim Management
Die Anfragen - und mittlerweile auch leicht deren Ernsthaftigkeit - haben auch im vierten Quartal 2010 in der Breite unserer Spezialisierung zugenommen. Es bleibt jedoch bei einem großen Angebot an verfügbaren Interim- und Projektmanagern sowie erheblichem Wettbewerbsdruck. Tagessätze und Margen sind daher noch immer unter Druck. Hier sehen wir kurzfristig noch keine Trendumkehr.

Dr. Dietmar Kablitz; EIM Executive Interim Management GmbH
Das Geschäft hat sich im 4. Quartal 2010 weiter sehr positiv entwickelt. Immer mehr Unternehmen erkennen die Dienstleistung "Interim Management" als ideale und flexible Lösung für dringliche Management-Probleme. Dies gilt weltweit (China und andere asiatische Märkte entwickeln sich rasant), aber natürlich auch in Deutschland, wo vor allem Wachstumsprojekte in der produzierenden Industrie im Vordergrund stehen. Wir denken, dass sich diese Entwicklung auch im nächsten Quartal fortsetzen wird.

Andreas Lau; Hanse Interim Management GmbH
Wir schätzen die aktuelle Marktsituation als positiv ein und gehen davon aus, dass sich der Interim Markt weiterhin verbreitern wird. Die Medizintechnik-Branche und Unternehmen aus dem Umfeld der erneuerbaren Energien entdecken Interim Management im großen Stil für sich. Egal, ob Krise oder Aufschwung: Das Interim Management profitiert als zukunftsträchtiges Managementtool von beiden Entwicklungen. Gegenüber dem Vergleichzeitraum in 2010 halten wir ein zweistelliges Wachstum für realistisch!

Dr. Harald Linné; Atreus interim management GmbH
Wir sind sehr zufrieden mit der Marktsituation. Die Anzahl der Anfragen hat weiter zugenommen, vor allem aber die Bereitschaft der Unternehmen, schneller zu entscheiden und mittels Interim Management die Organisationen voranzubringen. Wir gehen davon aus, dass dieser Trend anhält.

Michael Pochhammer; Signium International Interim Executives GmbH
Die Nachfrage nach Interim Leistungen hat weiter deutlich zugenommen. Die Abschlussfreudigkeit steigt auch wieder an. Der Tagesatzlevel hat seit der Krisenzeit deutlich und nachhaltig gelitten und erholt sich nur langsam. Wir rechnen mit einem weiteren Anziehen der Nachfrage - zum einen aus konjunkturellen Gründen und zum anderen durch das wieder verstärkte Wirken von Finanzinvestoren. Der Wettbewerb nimmt weiterhin zu, da immer mehr Interim Manager auf den Markt drängen.

Dr. Andreas Suter; GroNova (Deutschland) AG
Aus Schweizer Sicht bestätigt sich der steile Aufwärtstrend seit dem 2. Quartal. Wir sehen zwar nur wenige Wachstumsprojekte, dafür umso mehr Effizienzsteigerungs-Projekte in allen Funktionsbereichen. Die Stärke des Schweizer Frankens verstärkt diesen Trend. Zudem hat auch das Thema "Vakanz-Überbrückungen" wieder zugenommen, denn das Feststellenkarussell dreht sich in der Schweiz wieder.

Dr. Harald Wachenfeld; IMS - Interim Management Solutions
Eine in dieser Quantität und Qualität nicht vorhersehbare extrem positive Projektnachfrage und -umsetzung in Q4/2010, hat uns dazu veranlasst, das Jahr 2010 insgesamt als exzellent für die IM-Branche zu bewerten. Nachgefragt werden Interim-Profis verschiedener Branchen und Funktionen auf Wachstum ausgerichtete Veränderungsaufgaben und internationale Mandate. Die Aussichten für Q1/2011 sind gut bis sehr gut. Aber insbesondere im 'oberen Bereich' wird nur qualitativ hochwertige Arbeit nachgefragt. Interim Manager mit klarem USP und Provider mit hohem Qualitätsanspruch werden davon profitieren. Der IM-Markt professionalisiert sich erwartungsgemäß noch ein Stück weiter.

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