Newsletter vom 04.10.2011

Newsletter der DDIM - Ausgabe 3/2011

Liebe Mitglieder, liebe Leserinnen und Leser,

der deutsche Interim Management Markt hat sich in den letzten Jahren überaus dynamisch entwickelt. Nachdem 2011 der Branchenumsatz um etwa 30 Prozent im Vergleich zum krisenhaften Vorjahr gewachsen ist, werden wir aller Voraussicht nach 2012 die Grenze von einer Milliarde Euro überschreiten.

Gleichwohl werden Interim Manager in weiten Kreisen der Wirtschaft und der Fachmedien immer noch überwiegend als schnelle Eingreiftruppe und effiziente Problemlöser im Krisenfall angesehen. An diesem eher kurzfristig ausgerichteten Feuerwehr- und Problemlöser-Image ist nichts Falsches. Im Gegenteil: Wir können stolz darauf sein, dass man uns ruft, wenn Not am Mann ist. Für eine auf Wachstum und nachhaltige Zukunftssicherung ausgerichtete Positionierung der Branche reicht dieser Fokus allein aber nicht aus. Interim Management strategisch verstanden, kann weit mehr sein, als Notbehelf und Krisenmanagement. Fragt man nach den fundamentalen Mehrwerten dieser Dienstleistung, dann werden erprobte Fachkompetenzen, langjährige Führungserfahrung und vielfältige Funktions- und Branchenkenntnisse genannt. Das wesentliche Momentum unserer Profession liegt jedoch in der enormen Flexibilität, die wir Unternehmen und Organisationen ermöglichen. Und genau hier liegt auch das bislang noch kaum entwickelte Potenzial unserer Branche.

Strategisch gedacht, ist Interim Management ein wirksames Instrument, die Unternehmensorganisation schlank und flexibel zu halten. Frühzeitig eingeplant, können Interim Manager Unternehmen als zusätzliche Managementressourcen dabei helfen, den zunehmenden Anforderungen der Märkte nach flexiblen Anpassungen in Produktion, F&E, Logistik und Vertrieb punktgenau gerecht zu werden. Wer Interim Management auch in seine mittel- bis langfristige Personalplanung einbezieht, der gewinnt die Möglichkeit, die in den zunehmend volatilen Märkten regelmäßig auftretenden Auftragsspitzen und Sonderprojekte mit vorselektierten externen Fachleuten zu managen und zugleich sein Stamm-Management auf wesentliche Kernfunktionen und langfristige Aufgaben zu konzentrieren. Und wer beizeiten praktische Erfahrungen mit diesem Dienstleistungsangebot sammelt, die entsprechenden Schnittstellen und Verantwortlichkeiten im Vorwege definiert und vor allem proaktiv Kontakt zu den Anbietern hält, kann im Bedarfsfall in kürzester Zeit über die richtigen Kräfte verfügen. Das setzt allerdings voraus, dass sich Kunden- und Anbieterseite stärker als bisher mit Fragen des Managements dynamischer Projekt- und Netzwerkorganisationen auseinandersetzen und die Unternehmen insgesamt auf Kooperation und Austausch ausgerichtet sind.

Solche Potenziale des Interim Managements zu entwickeln und nachvollziehbar zu vermitteln, ist eine Kernaufgabe unseres Verbandes. Sie stehen daher auch im Mittelpunkt der Networking Conference, zu der wir im Anschluss an das traditionelle IIMM gemeinsam mit der Stiftung der deutschen Wirtschaft für Arbeit und Beschäftigung (SWAB) einladen. Unter dem Titel "Interim Manager und freie Spezialisten als Ressourcen flexibler Unternehmensführung" werden wir mit Unternehmern, Managern, Personalern und freien Spezialisten neue Formen des Managements diskutieren. Denn um neue Dimensionen flexibler Wertschöpfungsprozesse zu erschließen, müssen beide Seiten - die Bestandsorganisationen und die externen Kräfte - noch lernen.

Seien Sie bei dieser spannenden Konferenz dabei! Ich würde mich sehr freuen, Sie am 25. und 26. November in Wiesbaden begrüßen zu dürfen.

Ihr

Michael Pochhammer

DDIM Provider und Sozietäten Mitglieder zur Marktsituation

Wie schätzen Sie die aktuelle Marktsituation ein und wie lautet Ihre Prognose für das kommende Quartal?

Constance Bräuning-Ast; REM PLUS GmbH - Management auf Zeit:
Die aktuelle Marktsituation ist nach wie vor gut. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Wirtschaft weiterentwickelt und wie sich das auf die Nachfrage im Interim Bereich auswirken wird. Ich gehe davon aus, dass sich wie jedes Jahr im 4. Quartal noch einiges tun wird und nach den Sommerferien wieder verstärkt Interim Manger nachgefragt werden. Nach wie vor gilt es aber, die Möglichkeiten des Interim Managements bei Kunden aufzuzeigen und eine deutliche Abgrenzung zur Zeitarbeit zu vertreten.

Matthias Cropp; Ludwig Heuse GmbH interim-management.de:
Der seit Beginn des Jahres erfreuliche Trend im Interim Management setzte sich auch im III. Quartal fort. Besonders hervorzuheben ist die derzeitige Nachfrage nach Mandaten mit technischem Hintergrund. Auffallend ist ebenso die zunehmende Auslastung der mit uns verbundenen Interim Manager. Daher rechnen wir auch im kommenden Quartal mit einer weiterhin stabilen Auftragslage.

Dr. Dietmar Kablitz; EIM Executive Interim Management GmbH:
Das dritte Quartal war durch sehr starke, für die Sommerzeit sogar ungewöhnlich hohe Nachfrage geprägt. Diese positive Entwicklung zieht sich durch alle Branchen und betrifft alle Positionen der ersten und zweiten Führungsebene. Wir erwarten für die nächsten Monate eine Fortsetzung dieses positiven Trends.

Lennart Koch; taskforce - Management on Demand AG:
Die aktuelle Marktsituation ist aus Sicht der taskforce AG sehr gut. Wie wir vermutet haben, gab es im Juli und Anfang August eine "Sommerpause" bezüglich neuer Anfragen und Projekte. Es blieb aber bei einer Pause, eine wirtschaftliche Abkühlung trat nicht ein. Ab Mitte August zogen die Anfragen wieder schlagartig an und Projekte wurden schnell entschieden. Für die Umsatzentwicklung war das Sommerloch unkritisch, da laufende Projekte weitergeführt wurden. Starke Nachfrage sehen wir im Augenblick insbesondere in den Bereichen Projekt Management, Restrukturierung und IT. Das 4. Quartal schätzen wir bezüglich Umsatz und Order-Entry sehr positiv ein.

Andreas Lau; Hanse Interim Management GmbH:
Die Entwicklung ist sehr positiv und die Anfragen nehmen weiter zu. Gerade Kapitalbeteiligungsgesellschaften greifen immer stärker auf unsere Interim Manager zurück und setzen sie als Gutachter und Branchenexperten für commercial due diligences ein. Darüber hinaus sind diese Experten durchaus auch interessiert, sich anschließend selbst über einen MBI an dem Unternehmen zu beteiligen. Damit gewinnen Beteiligungsgesellschaften nicht selten einen operativ tätigen geschäftsführenden Gesellschafter und nicht nur einen Manager auf Zeit. Das Wachstum wird sich weiter fortsetzen. Restrukturierungs- und Sanierungsthemen werden nicht, wie in 2010 erwartet, abnehmen. Die Intervalle von Konjunktur und Krise werden kürzer, die Amplituden größer. Der Wandel wird zum Dauerzustand und somit zur Triebfeder des Interim Managements.

Dr. Harald Linné; Atreus interim management GmbH:
Wir verzeichnen eine hohe Nachfrage nach qualifizierten Interim Managern. Die Anfragen umfassen das gesamte Spektrum von C-Level zu Projekt- und Programm-Managern, auch viele internationale Projekte werden gestartet, insbesondere Süd-Europa, Ost-Europa und USA. Schwerpunkte sind weiterhin Maschinen- und Anlagenbau sowie IT/TK und Automotive. Aufgrund der ungünstigen Rahmenbedingungen (Euro-Krise, politische Instabilitäten, Krisen in Griechenland und Italien, USA etc.) kann es durchaus zu einer Eintrübung kommen. Wir gehen aber davon aus, dass weiterhin ein kontinuierlich recht hohes Niveau für Anfragen vorherrscht.

Michael Pochhammer; Signium International Interim Executives GmbH:
Die Marktsituation ist nach der üblichen Sommerpause weiterhin sehr gut. Das Wachstum wird in diesem Jahr sicher wieder im zweistelligen Bereich liegen. Die Finanz- und Schuldenkrise zeigt noch keine Spuren in unserem Geschäft. Die Deutsche Wirtschaft wächst nach wie vor. Weiterhin gibt es viele neue Interim Manager auf dem Markt. Der Wettbewerb wird entsprechend größer. Wir rechnen mit einem anhaltend guten Geschäft, zumal das IV. Quartal meistens das stärkste ist.

Dr. Andreas Suter; GroNova Schweiz AG:
Seit Beginn des Jahres ist die Nachfrage nach Interim Management auf gutem und stabilem Niveau. Sie wird zunehmend von Anfragen geprägt, die die Behebung operativer Schwierigkeiten betreffen. In allen Anfragen zeigt sich: Spezialist schlägt Generalist. Trotz konjunktureller Schwierigkeiten erwarten wir keine Veränderungen. Im Unterschied zu 2008 ist der Feststellenmarkt zurzeit nicht überhitzt.

Dr. Harald Wachenfeld; IMS - Interim Management Solutions:
Selbst wenn sich die Nachfrage im 2. Halbjahr 'normaler' gegenüber dem extrem starken 1. Halbjahr einstellt, wird 2011 insgesamt ein sehr gutes Jahr für das Interim Management werden. Dies gilt insbesondere für anspruchsvolle Mandate und professionell arbeitende Marktteilnehmer. Die Spreu trennt sich klar vom Weizen, Qualität setzt sich durch. Gefragt waren international erfahrene Interim Manager, die Wachstum bewirken können oder im M&A-Umfeld erfolgreiche Integrationen von akquirierten Unternehmen realisieren können. Stark waren auch die Segmente Vertrieb und Marketing sowie Geschäftsprozessoptimierung. Unabhängig von den Tendenzen an den Börsen ist die Stimmung im klassischen produzierenden Mittelstand noch sehr gut. Es ist aber nicht auszuschließen, dass in Q 4 vorsichtiger agiert werden wird. Das Thema Working Capital scheint wieder an Bedeutung zu gewinnen. Ferner Supply Chain Management, Procurement und traditionelle kaufmännische Aufgabenstellungen.

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