Newsletter vom 02.10.2009

Newsletter der DDIM - Ausgabe 3/2009

Liebe Mitglieder, liebe Leserinnen und Leser,

ist sie schon vorbei? Befinden wir uns mittendrin? Oder kommt sie erst noch, die große Krise? Alle drei Fragen ließen sich wohl plausibel mit Ja beantworten. Entscheidend sind der ökonomische Blickwinkel, die jeweilige Wirtschaftsregion, der Betrachtungszeitraum, natürlich die Branche, das betreffende Unternehmen und viele weitere relevante Parameter. Sich über "die Krise" zu verständigen, ist deshalb kaum möglich - "Gott sei Dank", denn die prophezeite große Weltwirtschaftskrise mit all ihren zerstörerischen Folgen ist so nicht eingetreten, auch wenn das Risiko einer solchen Metakrise nach Auffassung vieler Fachleute außerordentlich hoch war.

Mittlerweile entzerren sich die Krisenherde, fängt man wieder an, differenziert auf einzelne Märkte oder auch auf strukturelle und systemische Krisenfälle in Unternehmen und Branchen zu schauen. Rückkehr also zum Normalzustand? Für die einen mehr, für die anderen weniger, denn die Ursachen der einzelnen Krisen sind vielfältig. Und ohne Zweifel bleiben die Finanzkrise und ihre Folgen auch in Zukunft nicht zu vernachlässigende Faktoren.

Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass eigentlich immer irgendwo Krise ist. Nicht zuletzt deswegen gibt es unseren Berufsstand. Bewährte Krisenlöser, gestandene Lotsen und erfahrene Sanierer sind in dieser Situation natürlich besonders gefragt, während andere Leistungsangebote des Interim Managements zurzeit eher stagnieren. Zu viele Projekte werden verschoben, weil noch immer Verunsicherung herrscht und sich die meisten Entscheider erst wieder neu ausrichten müssen. Und so lautet der Tenor der jüngsten Befragung unserer Provider Mitglieder: Die Krise ist zwar durchaus spürbar, aber dennoch weit davon entfernt, eine Krise des Interim Managements zu sein.

Unsere Branche verzeichnet vielmehr seit Jahren kontinuierliches Wachstum. Jenseits zyklischer Schwankungen wachsen die Umsätze Jahr für Jahr und zugleich drängen immer mehr Akteure in diesen dynamischen Dienstleistungsmarkt. Viel früher als erwartet konnten wir am 1. September unser 200. Interim Manager Mitglied begrüßen; zum 1. Oktober war es bereits das 211. Mitglied. Und auch die Zahl der Provider Mitglieder und der Assoziierten Provider ist auf jeweils 8 gestiegen. Nur 6 Jahre nach ihrer Gründung ist die DDIM die starke Stimme der Branche, an deren Größe, Fachkompetenz und medialer Bedeutung niemand vorbei kommt.

Wir werden nicht nachlassen, dieses stete Wachstum mit der beständigen Verbesserung unserer Angebote für Mitglieder, Wirtschaft und Öffentlichkeit zu verbinden. Zu diesen Angeboten gehört wie in jedem Jahr das Internationale Interim Management Meeting - IIMM. "Schnelle und enorme Anpassungsfähigkeit an die unmissverständlich definierte Aufgabe und eine außerordentliche Disziplin und Konsequenz" sind, Jürgen Wirths zufolge, die Grundpfeiler erfolgreichen Interim Managements. Als diesjähriger Keynote Speaker wird uns der erfahrene Entrepreneur und CEO der Weru AG die anspruchsvollen Anforderungen an professionelles Interim Management präsentieren. Seien Sie dabei, tauschen Sie sich mit Kollegen, Kunden und Branchenkennern aus und erleben Sie die Dynamik einer wachstumsorientierten Branche.

Ich würde mich sehr freuen, Sie am 12. und 13. November in Münster (wieder) zu sehen.

Ihr
Michael Pochhammer


Der Newsletter ist in vier Themengebiete aufgeteilt. Klicken Sie auf die Reiter, um die Inhalte der Karteikarten einzusehen.
Provider Mitglieder

DDIM Provider Mitglieder zur aktuellen Marktsituation

Die Mitglieder Provider der DDIM geben auch in diesem Quartal ihre Einschätzung der gegenwärtigen Auftragslage und der Marktentwicklung ab und beantworten dafür zwei Fragen.

Wie schätzen Sie die aktuelle Marktsituation ein?

Harald Heil; Greenwell Gleeson - Interim Management:
Eine größer werdende Anzahl von frei werdenden Interim Managern steht einer gesunkenen Anzahl von Projekten gegenüber. Unternehmen halten momentan Projekte aus Kostengründen zurück, soweit sie keine direkte Auswirkung auf die Ergebnissituation haben. Gefragt sind daher Manager mit Erfahrungen in der direkten Verbesserung des "Working Capitals", in der Kostensenkung, in Effizienzprogrammen und Sanierung.

Dr. Dietmar Kablitz; EIM Executive Interim Management GmbH:
Es gibt eine hohe Zahl von Anfragen, aber die Entscheidungsfindung der Klienten und die Umsetzung in konkrete Projekte ist nach wie vor schwierig. Primär werden Turnaround- und Restrukturierungsprojekte nachgefragt.

Dr. Harald Linné; Atreus interim management GmbH:
Gefragt werden in den produzierenden Unternehmen Manager mit großer Erfahrung in den Bereichen Sanierung, Turnaround und Restrukturierung. Darüber hinaus setzen viele Unternehmen Interim Manager für ihre Tochtergesellschaften im Ausland ein, um sie zu restrukturieren oder sogar stillzulegen.

Dr. Martin Ziener; REM PLUS GmbH - Management-Support:
Die Zahl der Anfragen ist verhältnismäßig niedrig. Die Anfragen konzentrieren sich thematisch auf die Themen klassisches Turnaround und Sanierungsgutachten mit primär kaufmännischer Ausrichtung (Liquiditätsmanagement / Working Capital / Bankenkommunikation). Vereinzelt kommen Anfragen zur Vertriebsunterstützung bzw. -aktivierung.

Michael Pochhammer; Signium International Interim Executives GmbH:
Es werden fast ausschließlich Interim Positionen zur Krisenbewältigung besetzt. Ausnahmen sind die Life Science- und Energie-Märkte. Schon diskutierte Bedarfe im Bereich von Projekten, M&A-Aktivitäten und regionale Ausweitungen werden geschoben oder nicht gestartet. Wir verspüren eine große Vorsicht auf Klientenseite und einen ungebremst hohen Zulauf von neuen Interim Managern.

Dr. Harald Wachenfeld; IMS - Interim Management Solutions:
Trotz sicherlich gegebenem Bedarf ist die Nachfrage im Markt für Interim Management noch verhalten. Die Entscheidungsprozesse bis zu einer Besetzung bleiben lang. Die geringere Kapazitätsauslastung in zahlreichen Unternehmen wird genutzt für Mandate in Optimierungsprojekten (vornehmlich: Produktion, IT, kaufmännische Bereiche).

Dr. Thomas Schneider; GroNova (Deutschland) AG:
Es besteht ein gleichbleibend hoher Zustrom von Interim Manager Kandidaten auch im dritten Quartal. Die Anzahl der Projektanfragen nimmt deutlich zu, allerdings sind diese eher als Voranfragen einzuordnen (Motto: Wir wollen bereit sein, wenn es los geht). Aktuelle Projekte sind auf die kurzfristige Kostenoptimierung ausgerichtet.


Was ist Ihr Ausblick für das 4. Quartal 2009?

Harald Heil; Greenwell Gleeson - Interim Management:
Sollte der wirtschaftliche Grundtenor sich durchsetzen, erwarten wir ab dem vierten Quartal eine Auflösung des Projektstaus in Handel, Industrie und Produktion und damit eine deutliche Belebung des Marktes.

Dr. Dietmar Kablitz; EIM Executive Interim Management GmbH:
Es mehren sich positive Anzeichen in der Wirtschaft, dies sollte auch die Klienten zu schnelleren Entscheidungen bewegen. Die geschobenen Projekte können nicht ewig auf Eis liegen; wir erwarten daher ein deutliches Anziehen des Geschäftes zum Herbst 2009.

Dr. Harald Linné; Atreus interim management GmbH:
Nach dem Sommer nehmen die Anfragen wieder zu. Viele Unternehmen müssen handeln, wollen sie nicht unter dem Kostendruck ersticken.

Dr. Martin Ziener; REM PLUS GmbH - Management-Support:
Wir erwarten aus den Krisenbrocken gegen Ende 2009, Anfang 2010 steigenden Bedarf zur Strukturkostenanpassung. Von daher sind wiederum Kostensenker, Prozessverbesserer und fallweise HR-Manager (z.B. für Werksschließungen) im Fokus. Inwieweit die Aufgabenstellungen über orientierende Anfragen auch zu tatsächlichen Einsätzen führen, ist noch schwer absehbar.

Michael Pochhammer; Signium International Interim Executives GmbH:
Wir rechnen mit einem deutlichen Anziehen der Nachfrage in Q 4 auf Grund des Projekt- und Themenstaus. Erste Anzeichen sind im September schon zu spüren. Weiterhin gute Quartalsnachrichten und das Ergebnis der Bundestagswahl werden ebenfalls hilfreich sein.

Dr. Harald Wachenfeld; IMS - Interim Management Solutions:
Unter den Annahmen, dass sich die ersten Anzeichen der konjunkturellen Belebung weiter verstärken und "eingefrorene" Budgets noch in diesem Jahr freigegeben werden, erwarten wir eine deutliche Marktbelebung ab Ende Q3. Vertriebliche Projekte und Mandate zum Business Development dürften davon profitieren.

Dr. Thomas Schneider; GroNova (Deutschland) AG:
Einen ersten Impuls erwarten wir nach der Bundestagswahl, sind aber noch skeptisch in welche Richtung dieser Impuls gehen wird. Die aktuellen Wirtschaftsnachrichten lassen eine positive Tendenz erwarten.

5. IIMM in Münster

Programm zum 5. IIMM

Zentrale Ergebnisse der diesjährigen DDIM-Arbeit, Einblicke in neueste Marktentwicklungen sowie vielfältige Diskussionen bilden den inhaltlichen Rahmen für das 5. IIMM am 12. und 13. November 2009 in Münster.

Melden Sie sich gleich jetzt an!

Pressekontakt

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Die DDIM steht als Ansprechpartner für Fragen rund um das Thema Interim Management zur Verfügung.

Jens Christophers
Vorstandsvorsitzender

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