Newsletter vom 23.12.2009

Newsletter der DDIM - Ausgabe 4/2009

Liebe Mitglieder, liebe Leserinnen und Leser,

Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind derzeit in aller Munde. Wie verhalten wir uns dazu? Ist das überhaupt ein Thema für die schnell drehende Interim Management Branche, ausgerechnet für Manager also, die selten länger als 12 Monate in einem Unternehmen tätig sind? Oder zugespitzt formuliert: Bedeutet Interim Management womöglich das Gegenteil von Nachhaltigkeit?

Die erste Frage lässt sich klar mit ja beantworten: Ja, Nachhaltigkeit ist ein Thema für uns. Denn wir werden uns zukünftig vermehrt die Frage stellen lassen müssen, wie wir, die wir stets nur für begrenzte Zeit in Unternehmen Verantwortung übernehmen, zum Thema Nachhaltigkeit stehen. Nachhaltigkeit, das bedeutet für uns natürlich nicht nur die Frage nach der ökologischen Nachhaltigkeit, sondern zuvorderst die Nachhaltigkeit unseres Wirkens. Da stehen wir in der Verantwortung vor dem Kunden. Und nur wenn wir Sorge dafür tragen, dass die Prozesse, die wir anstoßen, managen, verantworten, mit hoher Wahrscheinlichkeit weiter geführt werden, können wir auch beim Thema ökologische Nachhaltigkeit glaubhaft sein. Anders gesagt: Nur wer Verantwortung in seinem Mandat so versteht, das sein Handeln auch über den Tag hinaus wirkt und werthaltig bleibt, kann die zweite Frage selbstbewusst beantworten: Nein, Interim Management ist nicht das Gegenteil von Nachhaltigkeit, denn professionelle Interim Manger übernehmen echte Verantwortung im Unternehmen, bis eine Vakanz besetzt, ein komplexes Projekt erfolgreich angeschoben oder eine andere strategische Aufgabe gelöst ist. Die Mitglieder der DDIM sind bei diesem Thema übrigens gut aufgestellt. Denn bereits vor 5 Jahren haben wir in unserem Kodex das Prinzip der Nachhaltigkeit unserer Tätigkeit verankert.

Mit diesem Selbstanspruch können wir einer zunehmend kritisch fragenden Öffentlichkeit positiv entgegen treten. Und nur so können wir auch zögernde Kunden davon überzeugen, das ein Interim Management Mandat eben nicht nur kurzfristige Notwendigkeit ist, sondern immer auch eine strategische Investition sein kann - wenn denn der Kunde es will.

Eine strategische Investition ganz anderer Art ist unser International Interim Management Meeting. Gab es im letzten Jahr noch Fragen nach den Kosten und Preis-Leistungs-Relationen, wurde die Veranstaltung in diesem Jahr wieder fast einhellig positiv bewertet. Das verdanken wir natürlich in besonderem Maße den ausgezeichneten Referenten wie Peter Jungen und Jürgen Wirths sowie der hervorragenden Arbeit unserer Geschäftstelle in Köln. Gemeinsam mit ihr hat der Vorstand bereits Ende letzten Jahres das Feedback des IIMM 2008 aufgenommen und wie gefordert verstärkt interaktive Inhalte und Netzwerkmöglichkeiten im Programm verankert.

Liebe Leserinnen und Leser, trotz aller Krisen war das Jahr 2009 für unsere Branche insgesamt kein wirklich schlechtes Jahr. Lassen Sie uns konzentriert daran arbeiten, dass 2010 einmal mehr ein Erfolgsjahr für uns alle wird. Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien schöne Weihnachtstage und alles Gute.

Ihr
Jens Christophers


Der Newsletter ist in vier Themengebiete aufgeteilt. Klicken Sie auf die Reiter, um die Inhalte der Karteikarten einzusehen.
Provider Mitglieder

DDIM Provider Mitglieder zur aktuellen Marktsituation

Die Mitglieder Provider der DDIM geben auch in diesem Quartal ihre Einschätzung der gegenwärtigen Auftragslage und der Marktentwicklung ab und beantworten dafür zwei Fragen.

Wie schätzen Sie die aktuelle Marktsituation ein und wie lautet Ihre Prognose für 2010?

Harald Heil; Greenwell Gleeson - Interim Management:
Das Geschäft zieht bereits an und der Markt gewinnt offenbar wieder an Fahrt. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sollten sich nächstes Jahr weiter verbessern, der "Projektstau" sich sukzessive auflösen und das Geschäft zusätzlich beleben.

Dr. Dietmar Kablitz; EIM Executive Interim Management GmbH:
Die Zahl der Anfragen nimmt zu, die Umsetzung in Projekte ist immer noch relativ mühsam. Es bestehen noch sehr viele Unwägbarkeiten im Markt, aber wir bleiben optimistisch und glauben an eine weitere Belebung spätestens zum Frühjahr.

Dr. Harald Linné; Atreus interim management GmbH:
Gut und das Geschäft nimmt 2010 deutlich zu.

Michael Pochhammer; Signium International Interim Executives GmbH:
Die aktuelle Marktsituation ist gut. Im 4. Quartal hatten wir eine deutliche Belebung zu verzeichnen. Es besteht nach wie vor großer Zulauf an neuen Interim Managern. Das Geschäft wird sich im kommenden Jahr weiter beleben und deutlich zunehmen.

Dr. Thomas Schneider; GroNova (Deutschland) AG:
Den Grund für das hohe Projektvolumen in Q4 sehen wir in erster Linie in der Ausarbeitung des Firmenbudgets für 2010. Das ist eine grundlegend gute Entwicklung, auch wenn die Umsetzung nicht garantiert ist. Das 1. Quartal wird hier mehr Klarheit bringen, wir sehen Grund für verhaltenen Optimismus.

Hans-Jürgen Titz; goetzpartners:
Zurzeit deutlich geringere Nachfrage nach Interim Managern. Gleichzeitig nimmt die Anzahl der Beschäftigung Suchenden Interim Managern zu - das gilt auch für die TOP 20 Prozent. Wir gehen von einer Marktbelebung erst ab dem 2. Quartal aus.

Dr. Harald Wachenfeld; IMS - Interim Management Solutions:
Das Problem im Markt ist nach wie vor nicht die gute Nachfrage und erst recht nicht der enorme Zulauf verfügbarer Interim Manager, sondern die geringe Entscheidungsfreudigkeit bei den Kunden. 2010 sehen wir grundsätzlich positiv, unter der Voraussetzung, dass sich bei unseren Kunden wieder die Unternehmer und Entscheider gegenüber den Bedenkenträgern und Budgetverwaltern durchsetzen.

Martin Ziener; REM PLUS GmbH - Management-Support:
Zunahme der Anfragen, wenngleich eher für spezielle Aufgaben. Unverändert hoher Zulauf von neuen Bewerbern. Wir gehen von einem weiterhin schwachen 1. Quartal aus und erwarten ein Anziehen des Geschäfts zur Jahresmitte.

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